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Fünf Jahre nach dem Initialtreffen der Pflanzenphysiologen an den südostdeutschen Universitäten Jena, Leipzig, Halle und Dresden kehrte die 5. Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung 2007 wieder nach Leipzig zurück. Während beim ersten Treffen in dieser die Bundesländergrenzen überbrückenden Initiative in Leipzig noch ein kleiner Hörsaal ausreichte, war die Tagung 2007 mit über 100 angemeldeten Teilnehmern derart gewachsen, dass der große Hörsaal notwendig war.
Form und Charakter der Tagung
In diesen fünf Jahren hat die Tagung ihre Form und ihren Charakter gefunden. An zwei Tagen gegen Ende des Wintersemesters berichten Doktoranden oder Diplomanden aus den vier Universitätsstädten über ihre jeweiligen Arbeiten, während Postdoktoranden oder Professoren in der Rolle von Diskussionsteilnehmern geschätzt werden. Dadurch erhalten die Beteiligten einen Einblick in methodische Ansätze und eine Vielfalt von Fragestellungen, die eine einzelne Universität im Bereich der Pflanzenphysiologie nicht bieten könnte.
Die Aufteilung in zwei Tagen bedingt einen gemeinsamen geselligen Abend, an dem die Diskussionen nach den Vorträgen und aus den Kaffeepausen fortgesetzt werden, Erfahrungen ausgetauscht und Kooperationen abgesprochen werden können. Der jährliche Turnus im Wechsel zwischen den Städten bedingt das Doktoranden die Chance haben etwa dreimal teilzunehmen, was der Diskussionsatmosphäre und -bereitschaft zugute kommt, wie es bei der Tagung 2007 in Leipzig festgestellt werden konnte.
Förderung der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler
Die Fragen in den Diskussionen nach den Vorträgen wurden zu einem großen Teil von Doktoranden gestellt, was ebenfalls als ein Zeichen der Reife des Tagungskonzeptes angesehen werden kann. Durch die Unterstützung der Deutsche Botanische Gesellschaft mit einem Zuschuss in Höhe von 1000,- konnten wie bereits im letzten Jahr insbesondere Doktoranden mit einem Reisekostenzuschuss gefördert werden. Um einen Anreiz zu setzen wurden bei dieser Tagung 2007 nur Diplomanden und Doktoranden gefördert, die einen Vortrag hielten und aus anderen Städten anreisen mussten.
Da es in der Regel für eine so große Zahl von Studenten keine Möglichkeit der Finanzierung seitens der Universitäten gibt, konnte die Tagung nur dank der Unterstützung so gut gelingen. Natürlich wird durch das Konzept, die Tagung an zwei Tagen zu realisieren, der Eigenbeitrag der Teilnehmer durch eine Übernachtung stark belastet und die finanzielle Beihilfe konnte hier gezielt helfen.
Anregung und Kooperation
Die Tagung wurde vor fünf Jahren initiiert, um Nachwuchswissenschaftlern aus den Universitäten in Halle, Leipzig, Jena und Dresden die Gelegenheit zu geben, ihre Ergebnisse miteinander zu diskutieren und unter Umständen das methodische Potenzial der vier Universitätsstädte für die eigene Arbeit zu nutzen. Die Chance zur Präsentation wurde in Leipzig mit 25 Vorträgen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr gut genutzt. Die teilweise lebhafte Diskussion nach methodischen Vorträgen (z.B. ReAsH Protein-Labelling von Iva Bertalan oder FT-IR-Spektroskopie von Katja Stehfest) oder aber auch nach Vorträgen über ambitionierte Projekte (z.B. Expression von Fremd-Proteinen im Lumen der Chloroplasten von Dirk Fischer) zeigt auch, dass die Tagung ein Ort experimenteller Anregungen und von Kooperationsabsprachen ist.
Themenspektrum
Im Themenspektrum der Vorträge umfasste wie in den letzten Jahren die Forschungsgebiete der einzelnen beteiligten Arbeitsgruppen und spannte einen Bogen u.a. von Import von Proteinen in die Chloroplasten, Seneszenz, Kältestress, circadiane Rhythmik, synergistische und pathogene Wechselwirkungen von Pflanzen mit Mikroorganismen über die schon erwähnte FT- IR Spektroskopie bis zu den FCP-Antennenkomplexen von Diatomeen.
Europäische Integration
Eine jährliche Tagung der südostdeutschen Pflanzenphysiologie wurde ursprünglich in Leipzig angeregt und erhielt auf der diesjährigen Leipziger Tagung einen weiteren Impuls. Der erste Vortrag der Tagung galt der Karls Universität in Prag und der Geschichte der Pflanzenphysiologie an dieser Universität. Prof. I. Tichá gab einen Einblick in die verschiedenen Lehrstuhlinhaber der dortigen Pflanzenphysiologie und referierte dann ausführlicher über die Forschungsgruppen, die zurzeit die Prager Pflanzenphysiologie prägen. Dieser Vortrag zeigte, dass trotz aller methodischen Vielfalt und Fragestellungen der mitteldeutschen Pflanzenphysiologie Prag das Programm ergänzen könnte. Das Treffen überbrückte dann nicht nur Bundesländergrenzen sondern auch europäische Grenzen und förderte die europäische Integration.
Ausblick
Die nächste Tagung wird im Winter 2008 in Jena stattfinden. Es hat sich ebenfalls als Prinzip der Mitteldeutschen Pflanzenphysiologie-Tagung bewährt, dass die gastgebende Stadt die Struktur der Tagung und auch den Teilnehmerkreis bestimmen kann. Ganz gleich ob die Jenaer Professoren dieser Impuls aus Leipzig aufnehmen oder aber andere Institutionen der Region in die Tagung einbinden, die meisten Teilnehmer des Leipziger Treffens werden in Erwartung einer ähnlich anregenden und spannende Veranstaltung 2008 nach Jena fahren.
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