Preisträger und Preisträgerinnen: Strasburger-Preis
Dr. Ansgar Kahmen
|
|
|
|
|
Weil Kahmen zeigte, wie eine hohe pflanzliche Artenvielfalt ein Ökosystem stabilisiert, erhielt er den Strasburger-Preis der Gesellschaft. Der Preis wurde ihm im September 2007 auf der Botanikertagung in Hamburg verliehen.
Laudatio von Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge, Präsident der DBG
Der Strasburger-Preis geht in diesem Jahr an Herrn Dr. Ansgar Kahmen.
Herr Kahmen ist 32 Jahre alt und hat an den Universitäten in Wien und Santa Cruz in Kalifornien Botanik, Ökologie und „Convervation Biology“ studiert. Von 2001 bis 2004 hat er am MPI für Biogeochemie in Jena seine Promotion zum Thema: „Biodiversity and ecosystem function in seminatural grasslands: Effects on productivity, nitrogen partitioning and stability“ angefertigt. Als Postdoktorand war er anschließend in Melbourne und an der ETH in Zürich und ist z.Zt. als Erwin-Schrödinger- bzw. als Marie-Curie-Stipendiat am Department of Integrative Biology an der University of California, Berkeley tätig.
Herr Kahmen verfügt bereits über eine bemerkenswerte Publikationsliste. Seine Arbeiten sind der funktionalen Biodiversitätsforschung zuzurechnen und er nutzt hierfür ein breites Methodenspektrum, das von ökophysiologischen und bodenkundlichen Methoden über die Messung der Bodenatmung und der Erfassung von Klimadaten bis hin zur Anwendung stabiler Isotope reicht.
Den Strasburger Preis erhält Herr Kahmen für seine international stark beachteten Arbeiten zur Erkenntnis, daß eine erhöhte pflanzliche Artenvielfalt den ungünstigen Einfluss von klimatischen Extrem-Ereignissen (wie etwa Dürre) auf ökosystemare Funktionen aufheben kann. Als Beweisführung für diese oftmals postulierte Biodiversitätsfunktion nutzte er im Vergleich zu früheren Studien nicht künstliche Modellsysteme, sondern die natürliche Variabilität der Artenvielfalt in reifen Wiesen-Ökosystemen des Thüringer Schiefergebirges und des Frankenwaldes.
Ich zitiere aus der Urkunde:
"Die Studie von Herrn Kahmen offenbart die essentielle Bedeutung der biologischen Vielfalt als stabilisierender Faktor von Ökosystemen in Zusammenhang mit globalen Klimaveränderungen ….. Sie macht deutlich, daß der Verlust an biologischer Vielfalt die Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosystemfunktionen dramatisch verstärken kann und daß deswegen der Schutz und der Erhalt von biologischer Vielfalt eine zentrale Rolle in Umweltprogrammen einnehmen muß".
Text und Copyright:
Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge
|
|
| Zum Thema auf den DBG-Seiten |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
|
|